Ötztaler Radnarathon

28.08.2016

Sölden, 28. August 6:00 Uhr: Langsam füllten sich die Plätze hinter der Startlinie. Ich war einer der ersten, denn diese einzigartige Atmosphäre bei Sonnenaufgang muss man einfach „inhalieren“.
4.500 Fahrer, herrliche Wetterbedingungen, gute Stimmung und große Ziele. Ich war bereit…


Gleich nach dem Start war die Hektik überraschenderweise groß. Es wurde gedrängelt und hart um die vermeintlich besten Plätze gekämpft. Das Rennen war erst wenige Minuten alt, als es noch in Sölden zum ersten Sturz kam. Um ein Haar hätte es mich auch erwischt. Ich konnte zwar noch knapp ausweichen, aber verlor durch das Manöver viele Plätze und musste mich erst wieder nach vorne durchkämpfen. Kurz vor Ötz „krachte“ es dann ein zweites Mal. Erst beim Anstieg ins Kühtai splittete sich das Feld erwartungsgemäß auf und ich fand meinen Trittrhythmus.
Nach einer rasanten Abfahrt Richtung Kematen – mein Tacho zeigte teils über 100 Km/h an -  ging es dann Richtung Brenner. In Völs warteten bereits die ersten fleißigen Helferchen und versorgten mich mit Essen und Trinken.

Beim Anstieg auf den Jaufenpass teilte ich mir meine Kräfte genau ein – schließlich wartete ja noch das Timmelsjoch mit seinen 1.800 Höhenmetern. Oben angekommen empfing mich unser Chef Roli mitsamt Team bei der „bikepoint-Labe“. Alles war bestens organisiert. Es fühlte sich fast wie ein Boxenstopp in der Formel 1 an. Kurz raus aus den Pedalen, viele helfende Hände rüsteten mich und mein Rad wieder mit allem Notwendigem aus und keine fünf Sekunden später saß ich schon wieder im Sattel. Boxenstopp beendet…weiter ging´s. Timmelsjoch ich komme.

Die Sonne knallte gnadenlos auf den Asphalt. Mein Computer zeigte beinahe 40 Grad. Aber pikepoint sei Dank hatte ich genug zum Trinken mit. Ich ging das Timmelsjoch eher locker an und konnte mein Tempo bis ganz oben durchziehen und sogar noch einige Fahrer überholen. Auch hier empfingen mich wieder einige „Betreuer“ und unterstützen mich seelisch mit Applaus und körperlich mit Wasser.

Nun kam der „Endspurt“. Also schnell durch den Tunnel und ab nach Sölden. Denn: Mein persönliches Ziel waren unter 7.30 Stunden. Erst am letzten kleinen Gegenanstieg vor Sölden schaute ich auf meine Stoppuhr. Perfekt, dachte ich – das geht sich aus! Im Ziel stoppte meine Zeitnehmung dann bei 7 h 27. Geschafft, meine persönliche Bestzeit war erreicht. Mehr geht nicht mehr.

Mein insgesamt 9. Ötztaler lief voll nach Plan. Es war wie immer ein Erlebnis und definitiv das Saisonhighlight. Im Ziel angekommen vergisst man die harten Monate der Vorbereitung und ist zurecht ein wenig stolz, aber auch dankbar, wieder gesund angekommen zu sein.

Auch Roman Wienicke konnte mit einer starken Leistung aufzeigen, seine Zeit 08:00.12, sein Ziel unter 8 h hatte er   knapp 12 Sek. verfehlt.

Die Zeiten unserer Vereinsmitglieder:

Klasse Rang Name Zeit Gesamt
M1 13. Fritz Martin 7:27.56,6 36.
M1 71. Wienicke Roman 8:00.12,8 156.
M2 55. Puelacher Thomas 8:48.10,9 531.
M1 325. Dempfer Reinhard 8:57.10,2 621.
M1 510. Ottmann Michael 9:21.10,7 938.
M1 562. Baldissera Bruno 9:28.37,7 1039.
M2 DNF Kofler Markus Gasteig ---


 

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