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Wie im letzten Jahr nahm ich (Manuel Natale) auch heuer wieder anlässlich eines verlängerten Wochenendes im schönen St. Jakob i. Def. am Barmerspitze Alpinlauf teil. Der Hüttenwirt der Barmerhütte hat sich auch in diesem Jahr wieder Mühe gegeben, diese Veranstaltung zu organisieren und für seine Barmerhütte etwas Werbung zu machen. Sie ist ein idealer Ausgangspunkt für zahlreiche Hochgebirgstouren, wie etwa auf den Hochgall oder den Lenkstein. Die zahlreichen Gewitterfronten im bisherigen Sommer und die damit verbundene Gefahr bei derartigen Touren dürften allerdings den Nächtigungszahlen auf der Barmerhütte nicht gerade zuträglich gewesen sein.

Der Berglauf führt vom Weiler Erlsbach (1.550 m) im hinteren Defereggental zuerst bergauf-bergab entlang der Schwarzach zum Alpengasthof Patsch (1.685 m). Von dort führt die Strecke auf einer Forststraße zuerst steil bergauf neben einer Klamm, dann wieder flacher hinein ins malerische Patschertal. Auf dem recht ebenen Talboden geht es weiter vorbei an der Talstation der Marerialseilbahn. Die letzten rund 4 km verlaufen immer steiler werdend auf Steinplatten zum Teil im felsigen Gelände hinauf zur toll gelegenen Barmerhütte (2.610 m). Besonders der letzte Kilometer verlangt den Läufern noch einmal alles ab und lässt die Oberschenkel so richtig brennen! Insgesamt sind somit auf gut 10 km rund 1.100 Höhenmeter zu überwinden.

Um 9 Uhr fiel bei trockenem Wetter, blauem Himmel und idealen, kühlen Temperaturen der Startschuss für das in etwa 35 Läufer umfassende Starterfeld. Der Waldboden im ersten Strackenabschnitt war durch die nächtlichen Gewitter besonders aufgeweicht und teilweise recht tief. Die ebenfalls dort verlaufenden Holzbrücken und -stege waren dementsprechend rutschig und gefährlich, weshalb ich dort besondes zurückhaltend und vorsichtig lief. In Abwesenheit des Vorjahressiegers konnte ich bereits nach ca. 3 km die Führung übernehmen. Letztes Jahr war ich auf diesem Abschnitt noch damit beschäftigt, mich sehr langsam noch vorne zu arbeiten. In diesem Jahr musste ich schon früh selbst für das Tempo sorgen, weshalb mir besonders im folgenden flachen Abschnitt hinein ins Patschertal ein Bezugspunkt für die Laufgeschwindigkeit fehlte. Als ich dann auf meine Suunto blickte, bemerkte ich, dass ich diese gar nicht gestartet hatte, weshalb ich auch nicht einschätzen konnte, ob ich schneller oder langsamer als letztes Jahr unterwegs war. Auf den Steinplatten wurde es dann wieder steiler und ich fand recht schnell einen guten Rhythmus und konnte meinen Vorsprung stetig ausbauen. Der letzte Kilometer tat noch einmal richtig weh. Das koordinativ anspruchsvolle Springen von Platte zu Platte macht es einem nicht leicht, den weiteren Streckenverlauf auszumachen und nach vorne zu schauen, da die Blicke stets nur ein paar Meter nach vorne auf die nächsten Schritte gerichtet sind. Nachdem ich die Strecke erst einmal abgelaufen war, passierte es mir schließlich, dass ich eine recht unscheinbare Richtungsänderung auf dem Blockwerk übersah und mich ein kleines Stück verlief. Erst der Pfiff eines etwas höher positionierten Streckenpostens gab mir zu erkennen, dass ich von der Strecke abgekommen war. Nach Bodenmarkierungen suchend fand ich jedoch wieder mehr oder weniger schnell auf die Strecke zurück. Der Abstecher dürfte mich in etwa eine halbe Minute gekostet haben. In einer Zeit von 1:09:06 erreichte ich schließlich als Erster das Ziel und war rund eine Minute langsamer als letztes Jahr. In Anbetracht des verhaltenen Starts aufgrund der Bodenverhältnisse und des kurzen Abkommes von der Strecke auf dem letzten Kilometer kann ich mit der Zeit jedoch zufrieden sein. Zweiter wurde der Osttiroler Hermann Webhofer vor dem Niederösterreicher Philipp Gintenstorfer.

Nähere Infos unter http://www.defereggental.com/de/region-defereggental-veranstaltungen/2-barmerspitze-alpinlauf-4-august-2012-1566564.html


Da unsere Rucksäcke noch auf der Materialseilbahn unterwegs waren, wurden uns im Ziel wärmende Decken gereicht. Die Siegerehrung fand schließlich nach einem Teller Nudeln für jeden Teilnehmer in der vollen Hüttenstube statt, ehe es wieder zu Fuß bergab ins Tal ging.

(Bericht: Manuel Natale)
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