22
An diesem Wochenende ging es für mich nach Lenzerheide in der Schweiz. Als Startzeit haben die Veranstalter 6.30h vorgesehen. Was in Anbetracht der Tatsache, dass die Straßen sowieso nicht gesperrt waren, dann doch reichlich früh war. Aus unser Unterkunft in Davos (schön ist) ging es dann um 4.30h Richtung Lenzerheide. Um diese Uhrzeit verlaufen die Rennvorbereitungen noch wie in Trance. Pünktlich zum Start war auch genug Tageslicht vorhanden um ohne Beleuchtung am Rad den Weg finden zu können. Die ersten Kilometer ging es neutralisiert bergab. Da es in der Region (etwa 1500m ü Seehöhe) nachts stark abkühlt gab es Rennradler "on the rocks". Beim ersten und längsten Anstieg des Tages war ich mir nicht sicher, ob die Beine nicht schneller konnten oder einfach noch nicht aufgetaut waren. Ursache bleib unklar, Ergebnis war, dass die ersten beiden Gruppen inkl. Ironman Sieger Faris Al-Sultan ohne ich gen Gipfel stürmten. Kurz vor der Passhöhe kam dann die dritte Gruppe von hinten. Zusammen ging es auf die Abfahrt und durch das Tal. Sogar unten war es noch immer eiskalt. Beim zweiten Pass ging es schon deutlich besser. Am Gipfel waren zwei Fahrer vor mir und die Gruppe nach hinten außer Sichtweite. Mit der Hoffnung, dass die nächste Gerade nicht all zu lang sei stürzte ich ins Tal und fuhr die vor mir liegenden Fahrer auf. Unser italienische Mitstreiter konnte erst nicht führen weil er eine Junioren-Kassette montiert hatte und dann bald auch nicht mehr folgen - dann halt zu zweit weiter. Leider kam es wie es kommen musste und kurz vor den nächsten zwei Anstiegen schloss die Gruppe wieder auf. Der vorletzte Anstieg wurde gemeinsam gefahren und beim letzten (und viel zu langem) Anstieg wurde nochmal beschleunigt. Erst konnte ich noch gut mitgehen und hegte die Hoffnung wenigsten am letzten Anstieg den Rest der Gruppe distanzieren zu können. Leider musste ich der langen Fahrt zu zweit doch etwas Tribut zollen und einige Fahrer ziehen lassen. Mittlerweile war auch die 30Grad-Marke geknackt und die letzten 5Km ein reiner Kampf. Als 42. Overall und 19. in meiner Klasse bog ich nach 3000hm und 123km auf die Zielgerade. Von der Platzierung war ich dann doch etwas enttäuscht, vorallem weil ich taktisch etwas Pech hatte oder nicht genug Mut hatte den zweiten Pass etwas langsamer, aber in der Gruppe zu fahren um so Kraft zu sparen. Ein Durchschnittspuls von 183 zeigt mir wenigstens dass ich alles versucht hatte. Wenigstens gab es den 5. Platz meiner Freundin bei ihrem zweiten Rennen zu feiern. Insgesamt muss man sagen, dass nur die fehlende Zielverpflegung und das extrem hohe Startgeld (und generellen Kosten in der Schweiz) als Negativpunkte an zuführen sind. Die Strecke war sehr anspruchsvoll aber vom Panorama ein Traum. Kleine Passtrassen durch idyllische Gegenden und vorbei an glasklaren Seen. An den Labestationen wurden Trinkflaschen gereicht, was für alle ohne Betreuer enorm wichtig ist. Absolut empfehlenswert. Für alle die meinen, für 122Km nicht so weit fahren zu wollen gibt es auch die Challenge Strecke mit 220Km und 4000hm.

(Georg Hasselmann)
Posted in: Wettkämpfe

Post Rating