Markus posted on Juli 11, 2011 18:09

Organisatorisch eine andere Liga, man merkt eben, man befindet sich im Radsportland Italien. 25 Jahre Maratona dles Dolomites wurde gefeiert und es sollte eine Riesenfest werden, vielleicht etwas zu riesig. 9400 Starter, darunter 4 Bike Point Mitglieder stellten sich bei Kaiserwetter um 6:30 Uhr dem Starter in La Villa. Nach 4 Kilometern dann der erste von insgesamt 8 Pässen, und das im teilweise im Schritttempo. Mein Radcomputer zeigte 68% meiner maximalen Herzfrequenz, „machen wir ein Grundlagentraining daraus“ dachte ich mir. Stürze bergauf, Feld im Stillstand – keine Seltenheit. Vom Passo Campolongo ging die Strecke hinunter nach Arabba, im Pulk natürlich, auch eine neue Erfahrung. Dann der erhoffte 9 km lange Anstieg auf den Passo Pordoi und die Hoffnung, dass sich das Feld schnell auseinanderziehen würde. Bis zu den letzten Kehren waren die Überholmanöver eher schwierig und teilweise gefährlich. Erst bei der Abfahrt vom Pass und zur Auffahrt auf das Sellajoch dann ein gelichtetes Feld und „normale“ Bedingungen. Meine Aufwärmphase war beendet und das Rennen konnte beginnen. Recht zügig auf das Grödner Joch und hinunter nach Kolfuschg, wo Barbara mit meiner neuen Verpflegung länger als geplant warten musste. Nochmals wurde der Campolongo bewältigt bevor es von Arabba diesmal Richtung Colle St. Lucia ging. Jetzt sollte er dann irgendwann kommen, der gefürchtete Passo di Giau, unter Radfahrern berüchtigt, sagte man mir. Dann die Abzweigung, es ging links weg und gleich ordentlich steil zur Sache. Die Hoffnung, dass es vielleicht erholsame „Flachstellen“ gibt, wurde nicht erfüllt. Ich begann die Kehren zu zählen, eigentlich sinnlos, wenn man nicht weiß, wie viele es wirklich sind. Auf knapp 1700m Seehöhe, in der Nähe von Som le Crepe, die Sonne direkt über mir, absolute Windstille und auf meinem Radcomputer 36°C. Da kommen kurz die Gedanken auf, ob man in der kommenden Woche sein Rad bei ebay zum Kauf anbietet. Schließlich Kehre 25 und den Übergang in Sicht. Nach insgesamt 29 Kehren hinunter nach Pocol und Richtung Falzarego. Die Steigung ist nicht mehr so enorm und der Aufstieg ist wieder weniger anstrengend. Vom Pass sind es nur mehr 2 km auf den Passo Valparolo, bevor es Richtung Ziel geht. Im Höllentempo nach la Villa und die letzten 4km leicht bergauf ins Ziel nach Corvara, wo man trotz der späten Ankunft noch immer durch kilometerlangen Spalier von Zuschauer fährt.
Ein Rennen der Superlative, wenn man nicht so wie ich als „Premierenstarter“ aus der letzten Startgruppe starten muss. Trotzdem eine Veranstaltung, die keine Vergleiche scheuen braucht und die Werbung für den Radsport macht. Allen, die auf der langen Distanz von 138 Kilometern die 4190 Höhenmeter bewältigt haben, kann hier ein Pauschallob ausgesprochen werden.
Ergebnisse
- Baldissera Bruno Distanz 138km Klasse M4 Zeit: 6:49.32 Rang 358
- Moll Markus Distanz 138km Klasse M6 Zeit: 6:02.49 Rang 48
- Baldissera Ivo Distanz 138km Klasse M6 Zeit: 8:02.33 Rang 446
- Mayregger Günther Distanz 138km Klasse M7 Zeit: 7:30.31 Rang 131
Bericht von Mayregger Günther