Markus posted on Juli 10, 2011 21:21

Autos brauchen eine Nummerntafel damit sie fahren dürfen und mein MTB braucht eine Startnummer. Dieses Wochenende gab es sie vom Veranstalter des Dolomiti Superbike in Villabassa oder Niederdorf. Bestens ausgeruht und versorgt in der speziellen spezial Pension ging ich am Samstag an den Start der 110km Runde. Startnummer 5327 bescherte mir einen Startplatz im letzten Block mit ca. 3000 Startern vor mir. Nach dem einfahren, der erste Schock. Es war keiner mehr in meinem Startblock. Eigentlich waren es noch 15min bis zu meinem Start, aber der Veranstalter hat sich dafür entschieden, den letzten Startblock aufzulösen und schickte die Meute früher auf die Runde. Für mich ging es also auf eine Jagd hinter dem Feld her. Da die Nettozeit erhoben wurde, schien mir das kein Problem zu sein. Irrtum. Am ersten Berg sah ich einen Lindwurm aus Bikern, keine Chance vorbei zu kommen. Also musste ich den ersten Berg sehr ruhig angehen lassen. Wie einst von Trainerlegende „König“ Otto Rehagel perfektioniert, hieß es auch für mich: kontrollierte Offensive. Ich versuchte mir einzureden, dass es mir für den weiteren Rennverlauf vielleicht sogar gut täte, etwas verhalten zu beginnen. Nach der Streckenteilung wurde aus dem Stau nur noch zäh fließender Verkehr und mit jedem weiteren Kilometer wurde mein Weg freier und einsamer. Zwar überholte ich immer wieder vor mir gestartet Fahrer, aber diese waren in den Flachstücken keine echte Hilfe. Dies galt besonders für den Weg zum letzten Anstieg. Dort entledigte ich mich meiner zweiten Flasche und allem sonstigen Ballast und ging mit vollem Risiko auf die letzten Kilometer hoch zur Plätzwiesen. Ein wenig Schüttelfrost verstand ich als Signal meines Körpers, dass er einfach keine Lust mehr hatte, aber es ging jetzt eh größten Teils bergab. Auf den letzten Kilometer gab es nur noch kleinere Schnapperle, die nach 100km aber doch recht schmerzhaft sein können. Vor allem dann, wenn man nochmal das ganze Dorf umrunden muss, bevor man auf die Zielgrade einbiegen durfte. Nach knapp 5std 30min beendete ich die technisch einfache, konditionell aber anspruchsvolle und vor allem landschaftlich wunderschöne Runde durch die Dolomiten. Trotz der sehr vielen Starter ist es einer der best organisierten Bikeevents die ich kennen. Verpflegung, Streckenbeschilderung und -Absicherung waren absolute Spitze. Zum nachahmen wärmstens empfohlen!
Georg Hasselmann:
10 Platz Klasse und 69 von 1670 overall(men), Zeit: 5std 29min