Markus posted on Juni 07, 2011 19:34

1.Tag.
Heute stand Anreise,
Einchecken und die Königsetappe auf dem Programm. Während der Fahr regnete es
ununterbrochen, sodass die Euphorie etwas gebremst wurde. Das führte dann auch
dazu, dass ich nicht ins Nasse wollte und so eher knapp in den Startblock
rollte. Im Rennen fehlen die ganz großen Namen, aber da die UCI
Weltranglistenpunkte verteilt, ist die komplette zweite Reihe der
Weltklasse-Fahrer am Start. Man könnte es aber auch als internationale
belgische und holländische Meisterschaften sehen. Das Rennen selbst lief ganz
passabel. Ich versuchte im Hinblick auf die folgenden Tage nicht alle Körner zu
verschießen. Fazit des Tages, „das Rennen hat begonnen“. Interessant wird es zu
sehen, wer für die heutige Platzierung am meisten Kraft gelassen hat und in den
nächsten Tagen Federn lassen wird. 5. Platz in der Klasse.
2. Tag.
Leider wieder etwas zu weit
hinten im Startblock, begann Tag zwei also im Stau. Nach einigen Höhenmetern
war ich wieder bei meinen Begleitern vom Vortag. Nach 1200hm am Stück ging es
in den ersten Downhill, die mir hier sehr zugute kommen. In einer etwas unruhigen
Gruppe ging es zum zweiten langen Anstieg hoch zu den Giglacher Seen. Dort
erwartet uns viel Schnee und sehr schwere Trials, die die Frage aufwarfen, ob
Wanderstöcke nicht die bessere Materialwahl gewesen wäre. Unten angekommen gab
es noch einen „kleinen“ Gegenanstieg und wieder über die Weltcup-Abfahrt ins
Ziel. Alles in allem weder Durch- noch Einbruch. Es sind ja noch zwei Tage. 5. Platz in der Klasse.
3.Tag.
Heute stand eine
Bergzeitfahren auf dem Programm. Gestartet wurde klassenweise in umgekehrter
Reihenfolge mit jeweils 15 Sekunden Abstand. Mein Plan war einfach: Zum vorher
gestarteten Fahrer auffahren und dann mal sehen was so geht. Es kam natürlich
ganz anders. Nach zwei Kurven hatte ich schon einen Begleiter (Snowboard
Weltmeister Benjamin Karl), leider von hinten. Mit ihm zusammen zog ich an
einigen vor uns gestarteten Fahrern vorbei. Bei einer steileren Passage lief es
bei mir etwas besser und ich konnte ihn wieder abschütteln. Da mir der zweite
Streckenabschnitt gut lag, ich habe einfach alles riskiert und voll
durchgezogen. Als Belohnung gab es heute den vierten Klassenrang. Da ich jetzt
ein paar Minuten gutmachen konnte, muss ich auf der morgigen letzten Etappe
wohl doch noch mal angreifen. 4. Platz in der Klasse.
4. Tag.
Zum Abschluss der Alpentour
Trophy warten noch einmal 56km mit 2000hm auf uns Fahrer. Das Profil der ersten
15 km war sehr wellig und verleitet viele Fahrer dazu nochmal richtig Druck zu
machen. Mit guten Beinen konnte ich das hohe Tempo sicher mitgehen. Dennoch war
Vorsicht geboten , denn es galt noch ein Anstieg 1100hm am Stück zu bewältigen.
Dort zeigte sich, dass einige im ersten Streckenabschnitt deutlich überzogen
haben und ich konnte mich von meiner Gruppe lösen und Fahrer um Fahrer
einsammeln. Da ich aber die Streckenänderung nicht mitbekommen habe fuhr ich
nie am Limit. Dass kein zweiter Anstieg mehr zu fahren war bemerkte ich erst
als ich mich schon im Sturzflug Richtung Schladming befand. Etwas ärgerlich
darüber, zu viele Kräfte gespart zuhaben beendete ich die Etappe erneut auf
Platz 5.
Auch in der Gesamtwertung
änderte sich heute nichts mehr. Mit 10std 59min wurde ich 5. der Sportklasse 1.
Die Alpentour Trophy ist insgesamt eine Veranstaltung mit sehr viel Potential,
welches der Veranstalter durch schlechte Organisation und fehlenden Mut einfach
ungenutzt ließen. In dieser Form wird die Veranstaltung 2012 nicht mehr den Weg
in meinen Rennkalender finden.
Georg Hasselmann 5. Platz
Sportklasse 1.