Markus posted on Mai 02, 2011 21:36

Der 20. Radmarathon am Neusiedlersee
stand unter keinem guten Vorzeichen. Sturmwarnungen für die Mittagszeit und
Regen, Regen, Regen...... Doch es sollte anders kommen. Schon vor dem Start war
mit klar, gefahren wird "kurz-kurz" mit Ärmlingen und der
Regenjacke in der Trikottasche. Ohne Regen wurde gestartet und nach einigen
Ecken in Mörbisch ging es steil bergauf. Gefahren wurde wie bei einem
Zeitfahren-aus dem Sattel und Kette rechts. Sofort bildeten sich Gruppen mit
bis zu 100 Fahrern und so ging es Richtung Ungarn. In einem Wahnsinnstempo ging
es von Klingenbach Richtung Sopron. Mit bis zu 60 mh/h wurde im Feld gefahren,
möglich war dies aber nur durch die perfekte Straßenabsperrung und die
Trossbegleitung durch die Motorräder. Ab der Grenze zu Österreich Gegenwind mit
bis zu 45km/h. Das Feld drohte zu zerreissen und und immer wieder wurden Löcher
zugefahren. Bis Neusiedl Kampf gegen den Wind - Schwerarbeit. In der dritten
Gruppe war ich unterwegs - wurde mir zugerufen. In Neusiedl dann
meine entscheidende taktische Meisterleistung. Vorbei an der Labestation
und eine große Gruppe vor Augen attackierte ich ich und fuhr allein dem
Feld davon. Leichte Steigungen und Ortsdurchfahrten, gerade richtig, dachte ich
mir. Beinahe 20 Kilometer allein um einen Anschluss zu finden. Als
dann kurz vor Oggau (ca. 15km vor dem Ziel) hinter mir das Motorrad mit
Blaulicht auftauchte, wusste ich, dass die Flucht zu Ende war. Einer der an mir
vorbeifuhr, klopfte mir auf die Schulter und sagte zu mir "Dass diese
Aktion allein schon gewagt ist". Aber der Versuch war es wert?!
Recht zufrieden erreichte ich nach 3h28min mit dieser Gruppe das
Ziel. Als 6. in meiner Altersklasse gar nicht so schlecht und deshalb
genehmigte ich mir in Anschluus Spaghetti und ein Bier und zum Ausklang
mit meiner Frau noch eine Flasche Sämling.
PS 15 min nach dem Zeileinlauf
unserer Gruppe begann es zu schütten und der Vorplatz beim Festzelt stand 5cm
unter Wasser.
Grüße aus dem Burgenland
Euer Günther M.